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Helmut de <mark>Craigher</mark>: Perspektiven Christlicher Soziallehre

Die folgenden Überlegungen setzen den Bestand einer gesamten „Christlichen Soziallehre“ voraus. Sie fragen, ob diese Soziallehre den künftigen Herausforderungen gewachsen ist. Neben kulturellen Herausforderungen wie dem Islam und traditionellen sozial- oder institutionenökonomischen Herausforderungen wird die Gefahr einer Funktionärsherrschaft skizziert, die global Ethik durch Technik ersetzt. Am Beispiel der caritas (Nächstenliebe) und naturrechtlicher Prinzipien wird zuerst kritisch nach theologischen und philosophischen Merkmalen einer christlichen Legitimation gefragt. Das Verhältnis zu konkurrierenden ordoliberalen, marxistischen, neomarxistischen und postmodenren Konzepten wird diskutiert. Die Aktualisierung der Christlichen Soziallehre auf dem Weg zu einer „Kultur des Lebens“ erfordert nach Ansicht des Autors die Revision einer soziologisierten Politik- und Institutionentheorie, sowie im Dialog von Christen und Nichtchristen das Ringen um naturrechtliche Vernunftpotenziale der Zivilreligion. Ungelöste grund- und verfassungsrechtliche Widersprüche westlicher Ökonomien werden als die wichtigsten konzeptionellen Arbeitsfelder künftiger christlich-sozialer Innovationen angesehen.

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Helmut de <mark>Craigher</mark>: Geldordnung in der Krise

Die gegenwärtige Diskussion um Inflationsziele und Negativzinsen als Krisenstrategie der Zentralbanken ist Anlass, die Konstruktion moderner Kreditgeldsysteme verfassungsrechtlich und rechtsphilosophisch zu überprüfen. Ausgegangen wird von den Thesen von E.F. Fama und Himmelberg/Morgan sowie des deutschen Verfassungsrechtlers Dieter Suhr, wonach der historisch in liberalen Systemen gewachsene Finanzsektor eine monopolähnliche rechtstechnische Bevorzugung gegenüber der Realwirtschaft genießt. Daraus ergebe sich eine bezifferbare permanente Subventionierung der Finanzmärkte durch die Allgemeinheit. Einseitig beeinflusst werden die Freiheitsrechte der Bürger, die Rechte zur Eigentumsbildung, die Teilhaberechte am Markt und am sozialen Rechtsstaat sowie die Rechte des de-mokratischen Souveräns gegenüber der von ihm garantierten Währung als gesetzlichem Zahlungsmittel. Privatrechtliche Fiktionen verdecken danach rechtsstaatswidrige Privilegien und zugleich das faktische Bestehen mächtiger öffentlicher Monopole. Maßnahmen werden vorgeschlagen, um die beeinträchtigten Rechte der Realwirtschaft wiederherzustellen.

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Helmut de <mark>Craigher</mark>: „After Capitalism“: Biblische Alternativen zur Schuldenwirtschaft

Michael Schluter ist Begründer des Jubilee Centre, einer christlich motivierten Stiftung für Ökonomie und Politik in Cambridge. Sie hat seit 1983 umfangreiche Forschungsberichte und Bücher zu Themen einer christlichen Wirtschafts- und Sozialreform publiziert. Kurze, programmatische Artikel erscheinen in der Reihe „Cambridge Papers“. Bekannt wurde die Jubilee-Bewegung vor allem durch die Forderung eines Millennium-Schuldenerlasses für die Entwicklungsländer. Michael Schluter und Paul Mills haben, neben ihrer Forschungstätigkeit, als praktische Ökonomen in britischen und internationalen Finanzinstitutionen gearbeitet. Sie versammeln in diesem Bändchen eine Auswahl ihrer Aufsätze aus den „Cambridge Papers“ der letzten 22 Jahre. Eine theologische, eine naturrechtliche und eine ökonomische Forschungshypothese sind in diesen Arbeiten erkennbar und werden systematisch belegt: Erstens, Gott habe dem Volk Israel in der Torah eine sehr detaillierte und umfassende Verfassung der Wirtschaft gegeben. Zweitens, diese Ordnung sei von so großer pragmatischer Weisheit, daß sie auch ein Vorbild zur Nachahmung für alle Nationen bis heute darstelle. Drittens, ihre Prinzipien seien nicht nur gültig, sondern auch heute unter modernen wirtschaftlichen Bedingungen umsetzbar. Mills schreibt zuversichtlich in seinem einleitenden Text, nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Wirtschaftsmodells sei nun auch das westlichkapitalistische durch die fortschwelenden Finanzkrisen so diskreditiert, dass die Türen für eine umsetzbare Alternative aus christlichem Geist weit offen stünden. Wenn er recht hat, besteht unter den politischen und wirtschaftlichen Führungszirkeln der Welt sogar ein großer Bedarf nach humaneren und besseren Konzepten als den bisher verfolgten. Tomas Sedlacek schreibt in seinem Vorwort, es gehe darum, dem Körper der westlichen Zivilisation seine Seele wieder zu geben, die aus christlichen Wurzeln stamme. Die Autoren enthalten sich einer zuweilen anzutreffenden Haltung, die aus der Heiligen Schrift nur moralische Forderungen ableitet, um sie dann vorzüglich gegen Andere zu richten. Vielmehr arbeiten sie jene gedanklichen und philosophischen Prinzipien des Alten und Neuen Testaments aus, die sie hinter den Regeln von Wirtschaftsrecht und Wirtschaftsmoral der Bibel entdecken. So bliebe beispielsweise die Forderung der Sabbatruhe ein unverständlicher Selbstzweck, wenn nicht der Sinn einer körperlichen, seelischen und geistlichen Wiederherstellung aller Lebensbezüge entfaltet würde.

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