Helmut de Craigher: Perspektiven Christlicher Soziallehre

Die folgenden Überlegungen setzen den Bestand einer gesamten „Christlichen Soziallehre“ voraus. Sie fragen, ob diese Soziallehre den künftigen Herausforderungen gewachsen ist. Neben kulturellen Herausforderungen wie dem Islam und traditionellen sozial- oder institutionenökonomischen Herausforderungen wird die Gefahr einer Funktionärsherrschaft skizziert, die global Ethik durch Technik ersetzt. Am Beispiel der caritas (Nächstenliebe) und naturrechtlicher Prinzipien wird zuerst kritisch nach theologischen und philosophischen Merkmalen einer christlichen Legitimation gefragt. Das Verhältnis zu konkurrierenden ordoliberalen, marxistischen, neomarxistischen und postmodernen Konzepten wird diskutiert. Die Aktualisierung der Christlichen Soziallehre auf dem Weg zu einer „Kultur des Lebens“ erfordert nach Ansicht des Autors die Revision einer soziologisierten Politik- und Institutionentheorie, sowie im Dialog von Christen und Nichtchristen das Ringen um naturrechtliche Vernunftpotenziale der Zivilreligion. Ungelöste grund- und verfassungsrechtliche Widersprüche westlicher Ökonomien werden als die wichtigsten konzeptionellen Arbeitsfelder künftiger christlich-sozialer Innovationen angesehen.

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Helmut Zenz: „Wahrheit“ und „Gewissen“ in der „offenen Gesellschaft“

Angesichts der Bedrohungen der „Offenen Gesellschaft“ durch den Intuitionismus, den Rela-tivismus und den dogmatischen Absolutismus kommt der Verhältnisbestimmung von „Wahrheit“ und „Gewissen“ große Bedeutung zu. Gemäß Poppers „Logik der Forschung“ gibt es zwar keine Gewissheit, wohl aber kann mit Hilfe des Fallibilismus nach „objektiver Wahrheit“ gestrebt werden. Diese Idee der Existenz einer „objektiven Wahrheit“ und der Möglichkeit einer Annäherung an sie überträgt Popper mittels Analogie auf die Lebensbereiche Politik, Ethik und Religion. Als Maßstab der Falsifikation führt er „die Inhumanität“ und als Entscheidungsinstanz „das Gewissen“ ein. Im Sinne einer „Logik der Gewissenserforschung“ mahnt er, das Kreuz der Menschlichkeit, der Vernunft und der Verantwortlichkeit zu tragen.

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Werner Lachmann: Just Trade and the Social Market Economy

Viele Bürger haben einen ethischen Vorbehalt gegenüber dem Handel. Wohlstandsfördernde Arbeitsteilung erfordert jedoch Handel, der „gerecht“ ablaufen muss. Die Bibel bejaht Handel – aber erwartet dabei den Schutz der Armen. Gerechter Handel benötigt Freiheit und soziale Absicherung. Die deutsche Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft integriert beide Aspekte. Jedoch ist der marktliche Wettbewerb kein Spontangewächs, sondern eine Kulturpflanze, die vom Staat geschützt werden muss. Die Philosophie der Sozialen Marktwirtschaft, die Aufgaben des Staates und die wirtschaftspolitischen Prinzipien von Eucken werden erklärt. Deutschland verfolgte nur die ersten 20 Jahre eine Politik im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft. Einige Aspekte konnten bei den römischen Verträgen in den gemeinsamen Markt aufgenommen werden. Beim Außenhandel und in der Entwicklungspolitik werden wichtige Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft missachtet.

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Senja Post und Matthias Vollbracht: Processing Crisis News

Die Bildung einer Europäischen Öffentlichkeit setzt voraus, dass die nationalen Medien über die Probleme der EU sowie der Mitgliedstaaten berichten und dass es unter den Mitgliedstaaten ein gemeinsames Verständnis politischer Probleme gibt. Eine quantitative Inhaltsanalyse der Fernsehnachrichten über die Euro-Krise in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich zeigt, dass die nationalen Nachrichten zunehmend über die Wirtschaftslage der Europäischen Union und der Mitgliedstaaten berichtet haben. Allerdings zeigt sich eine starke Diskrepanz zwischen der Darstellung der wirtschaftlichen Lage eines Landes in den nationalen Fernsehnachrichten und den Fernsehnachrichten anderer Mitgliedstaaten.

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